Kategorie: Projektskizzen

Projektskizze: HausFrau 4.0

HausFrau 4.0 erzählt die Geschichten von Frauen, die aktiv sind, berufstätig, die Häuser und Höfe erhalten, aufbauen, verändern, die Kultur und Nachbarschaft pflegen und wiederbeleben: Ideen und Motivation, für Ermutigung und Bestärkung, für eine lebenswerte Zukunft im ländlichen Raum. Die HausFrau ist nicht gestrig, altmodisch und häuslich. Sie ist emanzipiert, aktiv, selbstbestimmt, vernetzt und auf der Höhe der Gegenwart.

Ganz bewusst stellen wir Frauen als »Macherinnen auf dem Land« in den Mittelpunkt. Der ländliche Raum ist strukturell männlich dominiert bzw. wird der Beitrag von Frauen für die Region wenig gewürdigt. Dabei leben allein 9,9 Mio. bzw. rund 25 Prozent aller weiblichen Personen in Orten bis 50.000 Einwohner (Quelle: Statistisches Bundesamt 2015).

Und weil Häuser und Scheunen, Mühlen und Schlösser, Kirchen und Pfarrhäuser, Gasthöfe, Bauern- und Wohnhäuser seit jeher die Geschichten ihrer Bewohnerinnen und Bewohner erzählen, also die Geschichten von Teilhabe, Tradition und Alltagskultur, von Träumen, Utopien oder Widerständen, sind die Häuser und wie sie erhalten werden, der rote Faden, an dem entlang wir unsere Protagonistinnen auswählen.

Unsere Protagonistinnen stehen stellvertretend für die vielfaltigen Gruppen auf dem Lande in Beziehung zu ihrem Haus – die HausFrau. Es können die Landärztin und die Kneipenbetreiberin sein. Es sind die Menschen, die gemeinsam eine einst »sozialistische Platte« gekauft und neue Wohnformen entwickelt haben. Wir sprechen mit und fotografieren die Festival-Erfinderin in abgelegener Region und die Bürgermeisterin, die im Gemeindezentrum die Menschen zusammenbringt. Wir portraitieren die Landwirtin, Bäuerin, Hofnachfolgerin, Handwerkerin und Architektin, Lehrerin, IT- Fachfrau, Künstlerin und Heimkehrerin, die Kirchenvorsteherin, die Theaterfrau oder die Hofladeninhaberin.

Landgang e.V. findet und zeigt diese Menschen besonders dort, wo die EU- Definition von schrumpfenden Regionen greift. Das sind stellvertretend Regionen wie die Prignitz und Uckermark, Ostvorpommern, die Altmark, die Börde und das Jerichower Land, der Burgenlandkreis und der Salzlandkreis, Aue-Schwarzenberg u.a.

Wir spüren auf, wer agiert, sich kümmert, Chancen ergreift, wer die Region nicht dem schleichenden Prozess des Verfalls preisgibt.

 

 

Projektskizze: „Typisch Land . Typisch Frau“

Im Netzwerkprojekt „Typisch Land . Typisch Frau“ steht die moderne Frau im ländlichen Umfeld im Mittelpunkt. Die „Landfrau“ ist nicht gestrig, altmodisch und häuslich. Sie ist emanzipiert, aktiv, selbstbestimmt, vernetzt und auf der Höhe der Gegenwart.

Darstellung, Diskurs und Öffentlichkeit weiblichen Lebens sind zu einem ganz überwiegenden Teil explizit oder implizit durch Urbanität geprägt. Aber allein 9,9 Mio. bzw. rund 25% aller weiblichen Personen leben in Orten bis 50.000 EW leben (Quelle: Stat. Bundesamt 2015). Unser Projekt möchte einen Diskussionspunkt setzen, wie gegenwärtig weiblich ländliches Leben sein kann und ist.

Das Projekt beschäftigt sich mit dem Schwerpunkt Heimat und soll das Leben von Zugereisten/Zugezogenen/Geflüchteten und in Brandenburg geborenen Frauen zeigen, die vielleicht nie fortgegangen oder nach einer Ausbildung wieder in den ländlichen Raum zurückgekehrt sind.

Es geht um ihren Aktionsraum, aber auch um die Darstellung des Zusammenlebens und Zusammenwachsens, der Vielfalt der existierenden Potenziale und der Erkundung/Benennung neuer Formen der zeitgemäßen kulturellen Infrastruktur. Der Vielfalt weiblich ländlichen Lebens wird ein ebenso medial vielfältiges Konzept beitgestelllt.

Die fotografischen und schriftlichen Portraits sowie kurze Interviews (schriftlich und audio) zeigen einen Querschnitt des aktuellen Bildes von Brandenburger Frauen im ländlichen Raum oder in der ländlichen Region und dokumentieren Menschen aus verschiedenen Perspektiven, Lebenssituationen.

Das Projekt wird aktuelle Themen und auch Kontroversen aufgreifen. Auch (junge) Migrantinnen, die sich beruflich orientieren wollen oder versuchen, sich zu vernetzen, um Halt zu bekommen, sollen hier ein Sprachrohr finden.

Das Projekt ist nicht nur Dokumentation, sondern auch Interaktion. Es sollen die Geschichten von starken Frauen und Unternehmerinnen in Brandenburg erzählt werden, die ihre Karrieren selbst aufbauen, ihren persönlichen Lebenstraum verwirklichen und damit manchmal auch den Erwartungen der Familie und Gesellschaft trotzen. Sie sind ein selbstbestimmter, aktiver und kraftvoller Teil in Wirtschaft und Gesellschaft!