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Landgang ./. Landflucht

Häufig wird der ländliche Raum in der medialen und in der politischen Öffentlichkeit als Problemraum wahrgenommen oder dargestellt. Die Jungen gehen, die Alten bleiben. Dörfer gehen wüst, Häuser verfallen, Höfe finden keine Erbfolge, wenig kommt nach.

Was folgt, sei Leerstand, ein Sterben von Landstrichen, Bauernhöfen, Klein- und Familienbetrieben, auch der Verlust von Lebensleistung und Identität der Menschen ist spürbar. Wo Leerstand droht, ist es wichtig, jene zu zeigen, die da sind. Die bleiben oder kommen oder zurückkehren. Es ist wichtig, ihnen das Gefühl zu geben: »Du bist nicht allein!«

Um auf dem Land leben zu können, braucht es vergleichbare Lebensverhältnisse wie in der Stadt, damit Familien und Individualisten, Kreative und Spezialisten, Tüftler, Netzwerker und Fachkräfte aus allen Bereichen die Attraktion des ländlichen Raums für sich erkennen und sich  (wieder) niederlassen. Damit ist nicht (nur) der Speckgürtel um die Stadt herum gemeint, in dem es sich sehr komfortabel leben läßt, wenn man gute Arbeit hat.

90 Prozent der Flächen in Deutschland sind ländlich geprägt, 58 Prozent der Bevölkerung leben im ländlichen Raum. Dörfer prägen das Bild Deutschlands und machen einen Großteil der Identität aus. Der ländliche Raum birgt sämtliche natürliche Ressourcen: Felder, Wiesen, Wälder, Höfe, Ställe, Silos. Aber er bietet auch auch Entwicklungsräume für neue Wertschöpfungsinnovationen und kreative Modelle der Zukunftsgestaltung. Das Land Brandenburg mit der Hauptstadtregion steht in besonderer Weise und beispielhaft für die damit verbundenen Herausforderungen und Chancen.

Landgang e. V. will aufspüren, wer agiert, sich kümmert, Chancen ergreift, wer kreativ Lebensräume, Innovationen und neue Wertschöpfung schafft. Ziel ist es, über persönlichen Dialog, Think Tanks und Workshops vor Ort, digitalen Plattform die Vernetzung und den Erfahrungsaustausch, die gegenseitige Ermutigung und Selbstorganisation zu ermöglichen und anzuschieben. Dadurch soll eine weitere konkrete Zusammenarbeit, kreative Vernetzung, ehrenamtliche und berufliche Agilität entstehen.